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Wie gewinne ich Kooperationspartner?

Berufsorientierung ist ein komplexer Prozess, der nicht von einer Lehrkraft oder einer Schule allein geleistet werden kann. Berufsorientierung findet in einem sozialen, institutionellen und vor allem wirtschaftlichen Umfeld statt, dass für die Prozessoptimierung unbedingt mit einbezogen werden sollte.
Die folgende Grafik gibt einen Überblick möglicher Kooperationspartner im Übergangsfeld zum Beruf:

Grafik: Kooperationspartner

Kooperationspartner Eltern
Anknüpfungspunkte für eine Kooperation bieten Elternsprechtage oder zusätzlich organisierte Elternabende, die den Berufsfindungsprozess ihrer Kinder zum Thema haben.
Dabei ist es zum einen wichtig, für den Themenbereich im Spannungsfeld der Eltern-Kind-Beziehung zu sensibilisieren. Fragen der Berufsneigung und Berufseignung sind im Familienkreis oft mit Konflikten verbunden, und Tabuisierung kommt als Konfliktvermeidungsstrategie zum Einsatz.
Zum anderen geht es aber auch darum, die Eltern nicht nur in ihrer Elternrolle anzusprechen. Als Erwachsene üben sie entweder selbst einen Beruf aus oder sind jedenfalls in ein Netz sozialer Kontakte eingebunden, das für das Anknüpfen weiterer Kooperationen zu Unternehmen, Institutionen oder Medien hilfreich sein kann.
Da mit den Jahrgangsklassen auch die Eltern wechseln, bedarf die Kooperation Schule – Eltern der kontinuierlichen Pflege und Erneuerung!

Kooperationspartner Unternehmen
Um Unternehmen für eine Kooperation mit der Schule zu gewinnen, bedarf es oft eines „Gatekeepers“ – einer Person, die Türen bewacht, aber auch öffnen kann. Als persönliche „Gatekeeper“ können der Lehrer selbst, sein Freundes- und Bekanntenkreis oder Eltern fungieren. Solche informellen Kontakte und Netzwerke bieten oft den besten Zugang in ein Unternehmen.
Andere, eher institutionelle Zugangswege können über die regionale IHK oder HWK verlaufen. Auch andere Schulen, die bereits über entsprechende Kontakte verfügen, kommen als „Gatekeeper“ in Frage.

Kooperationspartner Initiativen
In der Region schon vorhandene Initiativen, die bereits ein stabiles Netzwerk zwischen verschiedenen Partnern aufgebaut haben, bieten wohl den komfortabelsten Einstieg dazu, die eigene Schule in Kooperationen einzubinden. Allerdings darf dabei nicht darauf vergessen werden, dass solche Initiativen auf der aktiven Mitarbeit aller Beteiligten beruhen, also auch für neue Teilnehmer eine gewisse Bringschuld besteht, die Initiative mit eigenen Beiträgen und Ideen zu bereichern.

Kooperationspartner Institutionen
Die Kooperationen mit Institutionen wie Kammern, Arbeitsagenturen, Jugendämtern usw. bedarf zumeist keines besonderen Anstoßes. Dennoch wird es von Vorteil sein, Kooperationen zu entwickeln, die über den „offiziellen Dienstweg“ hinausgehen. Dazu zählen Einladungen für Referate im Unterricht, die Teilnahme an einem Elternabend oder die gemeinsame Darstellung eines Projekts in einem regionalen Medium.

Kooperationspartner regionale Medien
In ihrer positiven Wirkung kaum zu überschätzen ist die Kooperation mit regionalen Medien (Tages- und Stadtzeitungen, Vereinspublikationen, Werbeträger, …). Wer von einem Projekt oder einer Initiative „schon in der Zeitung gelesen hat“, ist in vielen Fällen leichter dazu zu motivieren, an der Initiative teilzunehmen oder sie zu unterstützen. Umgekehrt bedeuten solche der Öffentlichkeit zugängliche Darstellungen eine Anerkennung der Initiative, die sich auf ihr Selbstbewusstsein und ihren Zusammenhalt sehr positiv auswirken kann.
Für das Anknüpfen einer Kooperation empfiehlt sich die persönliche Kontaktaufnahme mit dem Chefredakteur oder dem zuständigen Ressortleiter. Weniger geeignet ist die Kontaktsuche per Leserbrief, die zumeist als singuläre Meinungsäußerung eingeordnet wird und nur selten zu Nachhaltigkeit führt.

Kooperationspartner andere Schulen
Kontakte zwischen allgemeinbildenden Schulen verfolgen einerseits das Ziel, den Erfahrungsaustausch anzubahnen oder bereits bestehende Kooperationen einander zugänglich zu machen. Ein guter Anbahnungsort für solche Kooperationen sind z. B. Weiterbildungsveranstaltungen zum Themenbereich Berufsorientierung.
Kooperationen mit berufsbildenden Schulen dienen vor allem dazu, den noch in Schulpflicht befindlichen Jugendlichen einen Einblick in die angestrebte Ausbildungswelt zu vermitteln (Arrangement von Gastbesuchen). Im weiteren Verlauf bieten sich von beiden Schulen und Unternehmen unterstützte Kooperationen mit Azubis an, die als Peergroup einen „Schnuppergang“ in ausbildende Unternehmen durchführen können.

Der Erstkontakt Schule-Schule kann informell, von Lehrerkollegen zu Lehrerkollegen, aufgebaut werden. Für seine Verstetigung empfiehlt es sich jedoch, ihn auf Schulleiterebene zu heben und zu pflegen.

Weiterführende Informationen: